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German Journal for Evidence and Quality in Health Care

Volume 101, Issue 7, 10-2007

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 Testosteron als „Jungbrunnen” für alternde Männer? Ein Kurz-Assessment zu Wirksamkeit und Sicherheit der Androgensubstitution bei Gesunden

German Journal for Evidence and Quality in Health Care

Volume 101, Issue 7, 10-2007

pp. 487-497 (11)

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Matthias Perleth [1]

[1] Abteilung Fachberatung Medizin, Gemeinsamer Bundesausschuss, Siegburg

Zusammenfassung

Hintergrund Ab dem 40. Lebensjahr sinkt bei Männern der Testosteronspiegel langsam ab. Verschiedene Symptome (z.B. Müdigkeit, Libidoverlust, Depression) werden diesem so genannten partiellen Androgendefizit zugeschrieben und es wird eine Testosteronsubstitution vorgeschlagen.

Ziel In dieser nicht-systematischen Literaturübersicht sollen die Wirkungen und Nebenwirkungen der Testosteronsubstitution bei hypogonadalen gesunden Männern bewertet werden.

Methodik Recherche nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs), systematischen Übersichten und HTA-Berichten zur Testosteronanwendung bei Männern mit „Andropause” in MEDLINE, der Cochrane Library und relevanten HTA-Datenbanken.

Ergebnisse Insgesamt wurden 5 systematische Übersichten bzw. Meta-Analysen sowie 7 zusätzlich recherchierte RCTs ausgewertet. Die Studien zeigen leichte Verbesserungen der sexuellen Funktion, geringe Abnahme des Körperfettanteils bzw. Zunahme der fettfreien Körpermasse und eine leichte Zunahme der Knochendichte an den Wirbelkörpern, wobei die klinische Signifikanz dieser Effekte jeweils unklar ist. Es finden sich keine Verbesserungen in der Lebensqualität und einige klinisch relevante Endpunkte wurden nicht untersucht. Demgegenüber zeigt sich durch die Testosteronsubstitution eine Häufung prostatabezogener Ereignisse, höhere Hämatokritwerte und Hautreaktionen bei Testosteron-Patches.

Schlussfolgerungen Die Wirksamkeit der Testosterongabe ist derzeit als zweifelhaft einzuschätzen. Lediglich bei der sexuellen Funktion zeichnen sich statistisch nachweisbare Verbesserungen ab, deren klinische Relevanz aber nicht eingeschätzt werden kann. Längerfristige Erkenntnisse (d.h. >3 Jahre) zu Nutzen und Risiken liegen nicht vor.

Summary

Background Testosterone levels decline gradually with age in men. A number of manifestations such as reduced libido or depression have been attributed to subphysiological testosterone levels. Hence, testosterone supplementation has been proposed in these cases.

Objective To assess the efficacy and safety of testosterone supplementation therapy in hypogonadal healthy men.

Methods Non-systematic review of randomised controlled trials (RCTs), systematic reviews/meta-analyses and HTA reports investigating testosterone supplementation in hypogonadal healthy men.

Results Five systematic reviews/meta-analyses and seven additional RCTs were included. The evidence suggests a consistent but weak positive effect on sexual function, lean body mass and vertebral bone mass. However, the clinical significance of these findings remains unclear and some clinically relevant outcomes were not included in these studies. On the other hand, testosterone substitution was associated with an increase in prostata-related adverse events, increased hematocrit and allergic skin reactions due to testosterone patches.

Conclusions The efficacy of testosterone supplementation for healthy hypogonadal men remains unclear. Only sexual function may improve in men with unequivocally reduced testosterone levels after supplementation therapy, but the clinical significance of this finding remains unclear. Long-term experience (i.e. more than three years) with effects and side effects is lacking.

Keywords

Männer >40; Andropause; Andropause; Testosteronsubstitution; Wirksamkeit; Sicherheit; Health Technology Assessment; men over 40; hypogonadism; hypogonadism; testosterone supplementation; efficacy; safety; Health Technology Assessment

DOI (Digital Object Identifier):   10.1016/j.zgesun.2007.08.031


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