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Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen

Jahrgang 99, Heft 10, 12-2005

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 Selbstsorge – praktische Erkenntnisse für die klinische Praxis aus der Perspektive der Pflegewissenschaft

Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen

Jahrgang 99, Heft 10, 12-2005

Seiten 623-627 (5)

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Gerd Bekel [1]; Eva-Maria Panfil; Olaf Scupin

[1] Institut für Pflegediagnostik und Praxisforschung, Cloppenburg

Zusammenfassung

Patienten werden zukünftig mehr Verantwortung innerhalb der medizinischen Behandlung übernehmen. In der Pflegewissenschaft wird dazu mit dem Konzept der Selbstsorge bzw. Selbstpflege (Self-Care) gearbeitet und geforscht. Das dazu von der amerikanischen Pflegewissenschaftlerin D. Orem entwickelte pflegewissenschaftliche Konzept (Selbstpflegedefizit-Theorie (SPDT)) beschreibt Selbstpflege als erlernte und bewusst durchgeführte Handlung. Die Theorie beschreibt u.a. dauerhafte und situationsspezifische Notwendigkeiten der Selbst- und Dependenzpflege, Formen der Selbstpflegekompetenz und das Selbstpflegedefizit. In Studien wurden Selbstpflegetätigkeiten und -defizite von bestimmten Patientengruppen erforscht und die Effektivität von Pflegeinterventionen getestet. Angesichts der Veränderungen im deutschen Gesundheitswesen (z.B. DRG, Verkürzung der Verweildauer) ist die SPDT nicht nur für die Patientenbehandlung relevant, sondern auch für das Pflege- und Unternehmensmanagement von vitaler Bedeutung. Die Förderung der Selbst- und Dependenzpflegekompetenz ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Autonomie der betroffenen Patienten und Angehörigen und trägt zur Reduzierung der Kosten im Gesundheitssystem bei.

Summary

The future development of the German health care system needs to recognize patient views of medical treatment in order to foster their health care responsibility. In nursing sciences, practice and clinical research are based on the concepts of self-help and self-care. The principle of Self-Care Deficit Nursing Theory (S-CDNT), developed by the American nursing scientist D.E. Orem, defines self-care as a trainable and deliberate practice. The theory describes, among other factors, general and situation-specific needs of self-care and dependence care, forms of self-care competence, and self-care deficit. Clinical studies have focused on self-care activities and deficits of particular patient groups, testing the effectiveness of care interventions. In view of the changes in the German health system (e.g., diagnosis-related groups, reduction of hospitalization periods), the S-CDNT is relevant not only for the treatment of individual patients, but also for the management of care provision. The fostering of self-care and dependence-care competence is an important tool to increase the autonomy of affected patients and their families, as well as to reduce the costs of health care.

Keywords

Selbstpflege; Pflege; Pflegetheorien; klinische Pflegeforschung; Patientenmanagement; Self-care; Nursing; Nursing models; Clinical nursing research; Patient care management

DOI (Digital Object Identifier):   10.1078/1431-7621-00397


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