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Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen
Jahrgang 99, Heft
10,
12-2005
Seiten 617-621
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Adela Litschel [1]; Bernhard Borgetto
[1] Kassenärztliche Bundesvereinigung
Zusammenfassung Hintergrund und Ziel: Selbsthilfegruppen und -organisationen leisten einen wichtigen Beitrag in der rheumatologischen Versorgung. Zu der Kooperation der professionellen Versorgung und der Deutschen Rheuma-Liga als wichtigster Patientenorganisation für Rheumakranke liegen bislang keine systematischen Untersuchungen vor. Methoden: Mit einer Befragung aller niedergelassenen internistischen und orthopädischen Rheumatologen in Deutschland (n = 787) zum Umfang der Zusammenarbeit und der Einschätzung des Nutzens für die Versorgung wurde die Kooperation im Bereich der ambulanten rheumatologischen Untersuchung in einer ersten Annäherung untersucht. Ergebnisse: Der Rücklauf lag bei 40,7%. 98,7% der Rheumatologen kennen Selbsthilfezusammenschlüsse, 78,1% über ihre eigenen Patienten. 46% der Befragten arbeiten häufig oder regelmäßig mit der Selbsthilfe zusammen. 84,1% der kooperationserfahrenen Ärzte wünschen sich mehr Kontakt zur Selbsthilfe gegenüber 61,9% der kooperationsunerfahrenen Ärzte. Der Nutzen der Angebote der Rheuma-Liga wird hoch eingeschätzt: Das Funktionstraining wird von 73,4%, das Schmerzbewältigungstraining von 62,2%, die Ergotherapiegruppen von 60,6%, die Patientenschulungen von 61,6% und die Gesprächsgruppen von 56,3% der Rheumatologen als hilfreich eingeschätzt. Der Nutzen einer Zusammenarbeit wird von kooperationserfahrenen Rheumatologen deutlich höher eingeschätzt als von kooperationsunerfahrenen Rheumatologen: Bei Ersteren liegt er bei 3,7 auf einer Skala von 1 (geringer Nutzen) bis 6 (hoher Nutzen), bei Letzteren liegt er bei 2,7. Diskussion und Schlussfolgerungen: Auch wenn der Rücklauf dieser Vollerhebung bei knapp über 40% nicht allzu hoch liegt, so treffen die Ergebnisse doch für einen erheblichen Anteil aller niedergelassenen Rheumatologen zu. Der Beitrag der Rheuma-Liga zur rheumatologischen Versorgung wird überwiegend positiv eingeschätzt. Dies gilt ums so mehr, wenn die Ärzte konkrete Erfahrungen mit der Kooperation haben. Dies verweist auf die Notwendigkeit, auch fachliche Informationen über die Selbsthilfe für niedergelassene Rheumatologen zur Verfügung zu stellen und die Kontakte und Zusammenarbeit zu fördern. Summary Aim of the Study: Self-help groups and organisations are important contributors to the provision of rheumatological care. No systematic studies exist thus far on the co-operation between professional care providers and the German Rheumatism League, the most significant patient organisation for rheumatoid patients. Methods: To gain information about the extent of the co-operation between rheumatologists and the German Rheumatism League and to estimate the benefits of the co-operation, a survey was conducted among German rheumatologists in the out-patient sector (n = 787). Results: The response rate was 40.7%. As many as 98.7% of the rheumatologists were informed about self-help initiatives, with 78.1% receiving this information from their own patients. Regular or frequent co-operation with self-help initiatives was reported by 46%. Among the physicians with experience in co-operation, 84.1% wished more contact with self-help initiatives, compared with only 61.9% of non-experienced physicians. The benefit of the activities of the Rheumatism League was highly appreciated: the long-term training of functional capacity was evaluated as helpful by 73.4%; the training for coping with pain by 62.2%; the occupational therapy groups by 60.6%; the patient-education groups by 61.6%; and the self-help groups by 56.3%. The benefit of co-operation was appreciated more by rheumatologists experienced in co-operation than by rheumatologist without specific experience: on a rating scale from 1 (little benefit) to 6 (high benefit) the former group scored an average of 3.7, the latter an average of 2.7. Discussion and conclusions: In spite of the relatively low response rate (40.7%), the results cover a relevant part of rheumatologists in the out-patient sector. The more experience physicians have with co-operation, the higher they estimate the benefits of co-operation with the Rheumatism League. This underlines the necessity of technical information about self-help initiatives and the promotion of contacts and co-operation in the rheumatological out-patient sector.
Keywords Selbsthilfegruppen; Selbsthilfeorganisationen; Deutsche Rheuma-Liga; Rheumatologische Versorgung; Kooperation; Self-help groups; Self-help organisations; German Rheumatism League; Rheumatological care; Co-operation
DOI (Digital Object Identifier): 10.1078/1431-7621-00396 |